Aktuelles > < zurück


 StM Dr. Söder bei der Einweihung im Verteilerbauwerk


 Microtunneling


 Blick ins Verteilerbauwerk


 Verteilerschacht    
 
Arbeiten am Naturschutzprojekt „Benninger Ried“ finden offiziellen Abschluss

Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der Abschluss der Arbeiten am Naturschutzprojekt „Benninger Ried“ offiziell begangen. Wie bereits zum Spatenstich 2010 war Bayerns Umweltminister Dr. Markus Söder wieder als Festredner zu Gast, was die besondere Bedeutung des Naturschutzprojekts erneut hervorhob.

Das Benninger Ried (Landkreis Unterallgäu) gilt als der bedeutendste Kalkquellsumpf in Bayern und als weltweit letzter Standort der Riednelke (Armeria purpurea) sowie einer Vielzahl weiterer gefährdeter Arten der „Roten Liste“.

Vor allem in den Nachkriegsjahren wurde die Anbindung des Quellsumpfes an die ausgeprägte Grundwasserdynamik und der Grundwasserzufluss ins Ried durch Siedlungsbaumaßnahmen mit ausgedehnten Kanalnetzen der Ortschaft Benningen sowie durch Wasserentnahmen nachhaltig beeinträchtigt. Große Mengen an Grundwasser wurden seitdem in den Kiesbetten der Kanäle, im Kanal selbst und letztendlich durch die Trinkwasserförderung aus dem Einzugsgebiet entnommen, sodass sich der Zustand des Ried verschlechtert und die räumliche Ausdehnung bis heute verringert hat.

Mit dem Abschluss des Projekts „Optimierung und Steuerung des Grundwasserhaushalts im Naturschutzgebiet Benninger Ried“, wird nun dem Grundwasserleiter über neue und bestehende Drainagen Grundwasser entzogen und durch den Ortsbereich Benningen hindurch direkt in das Ried eingeleitet. Über ein umfangreiches Grundwasserkanalsystem erfolgt die Sammlung und der Transport des Wassers zum Benninger Ried. Aufgrund der beengten Situation durch Ver- und Entsorgungsleitungen im Ortsbereich und des hohen Grundwasserstand wurden die Haupttransportleitungen DN 700 im Microtunnelingverfahren mit einer Länge von rund 1100 m hergestellt. Die hierzu erforderlichen 18 Start- und Zielschächte mit Tiefen bis zu 6,50 m wurden im Absenkverfahren realisiert.
Über ein Verteilerbauwerk wird die regulierte Einleitung ins Ried gesteuert. Weiter erfolgt hier die Ableitung von überschüssigem Wasser aus dem Grundwasserkanalsystem und die Notabsperrung sowie die Überwachung einzelner Parameter mittels Messeinrichtungen.

Neben den ökologischen Aspekten zeigen sich im Betrieb nun weitere positive Aspekte. Durch das Drainagesystem konnte der Grundwasserstand in Benningen gesenkt und die Kellergeschosse der Wohnbebauung damit gesichert werden.

Die Fassnacht Ingenieure GmbH war mit der Planung, Ausschreibung, Bauüberwachung und Abrechnung dieser komplexen Bauaufgabe betraut.

Das bislang einzigartige Projekt zum langfristigen Erhalt eines Naturschutzgebietes wurde aus Mitteln des Konjunkturpaketes II mitfinanziert. Damit die Zuschüsse für das 5,2 Millionen Euro teure Projekt fließen konnten, mussten festgesetzte Zeitrahmen in der Planung und Umsetzung von allen Beteiligten eingehalten werden, wie Minister Söder in seiner Festrede bei der Inbetriebnahme des Verteilerbauwerks unterstrich. Aufgrund einer frühzeitigen Einbindung der Bevölkerung durch eine offene und transparente Planung sowie einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit konnte das Projekt ohne einen einzigen Einspruch aus der Bevölkerung realisiert werden. Benningens Bürgermeister Bernhard dankte in seiner Ansprache in diesem Zusammenhang den Anwohnern für deren Unterstützung.

Broschüre "Grundwassersanierung Benninger Ried"
Broschüre des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Presseartikel der Memminger Zeitung zum Abschluss der "Sanierung Benninger Ried"
Presseartikel der Memminger Zeitung Nr. 209 vom 10.09.11

Presseartikel des Memminger Kurier zum Abschluss der "Sanierung Benninger Ried"
Presseartikel des Memminger Kurier Nr. 37 vom 14.09.11

Presseartikel der Memminger Zeitung zur Wirkung der "Sanierung Benninger Ried"
Presseartikel der Memminger Zeitung Nr. 279 vom 03.12.11

  H I N W E I S !
Zum lesen von PDF-Dateien benötigen Sie den Adobe Reader. Kostenloser download hier. Beim anklicken der Download-Datei öffnet sich dann automatisch der Adobe Reader, oder Datei einfach nur speichern: Rechtsklick > speichern unter!